Gerichtsbeschluss: TAM muss Sitzabstand vergrössern
Passagiere der brasilianischen Fluggesellschaft TAM könnten schon in Kürze in den Genuss von mehr Beinfreiheit kommen. Ein Zivilgericht in Brasilien hat einem Antrag des Staatsministeriums bewilligt, die Airline zu verpflichten, den Sitzabstand von 74 auf 84 Zentimeter zu vergrößern. Der Beschluss soll jedoch zunächst nur für Maschinen gelten, die noch nicht in Betrieb genommen wurden. Zudem erwartet das Staatsministerium eine Stellungsnahme der Airline über die Abänderung der Sitzabstände bei allen bereits im Einsatz befindlichen Fluggeräten.
TAM hat sich zu der Entscheidung bislang nicht geäußert. Laut Gesetz ist ein Mindestabstand von 50 Zentimetern vorgeschrieben. Das Staatsministerium fordert zudem eine Entschädigungszahlung seitens der Airline in Höhe von umgerechnet 22 Millionen Euro wegen “kollektiver immaterielle Schäden”.
Der zuständige Staatsanwalt Giovane Serra Azul Guimarães begründete seinen Antrag auf Änderung des Sitzabstandes mit Sicherheitsbedenken. Besonders bei Notlandungen seien die Passagiere durch den geringen Abstand zur Rückenlehne des Vordermannes extrem gefährdet.
TAM hat bereits in der Vergangenheit eine entsprechende freiwillige Verpflichtungserklärung auf Erweiterung des Sitzabstandes abgelehnt. Durch die Änderung würden in sämtlichen der rund 150 Maschinen jeweils bis zu 18 Sitzplätze wegfallen. Im Durchschnitt verfügen die Fluggeräte des brasilianischen Marktführers derzeit über 138 bis 168 Sitzplätze.
Auch Gol wurde mittlerweile eingeladen, die Vereinbarung zu unterzeichnen. Auch hier wartet das Staatsministerium noch auf eine Stellungnahme. Beide Airlines besitzen in Brasilien gemeinsam rund 90 Prozent Marktanteil auf Inlandsflügen.